Zunächst möchte ich im Namen der SPD Kreistagsfraktion Herrn Köster, den Amtsleitern und deren Mitarbeitern ganz herzlich für die geleistete Arbeit danken, die in diesem Bericht dokumentiert ist. Der Sozialbericht gibt einen guten Überblick: Der Vorbericht für den 'eiligen Leser' stellt die aktuellen Schwerpunktthemen in den Mittelpunkt. Detaillierte Informationen finden sich in den ausführlichen Berichten der drei Ämter.
Ich stelle fest: Hier wird nicht nur 'verwaltet' sondern sehr innovativ 'gestaltet'. Neben dem normalen Alltagsgeschäft werden für neue gesellschaftliche Aufgaben präventive und, durch Einbindung der Akteuer außerhalb der Sozialverwaltung, effektive Lösungsmöglichkeiten gesucht, entwickelt und zur praktischen Umsetzung vorbereitet.
Die Sozialplanung im Bodenseekreis hat so in der Vergangenheit verschiedene Arbeitsgemeinschaften nach der bereits genannten Besetzung auf den Weg gebracht, wie die
- Altenhilfeplanung
- Suchthilfeplanung
- Behindertenhilfeplanung
- Psychiatrieplaung
Daraus erwachsen nicht nur Handlungsansätze für die Praxis sondern auch Konsequenzen, ob in räumlicher, personeller und finanzieller Hinsicht.
Zwischenberichte über Planungsschritte von Arbeitsgemeinschaften werden von den entsprechenden Ausschüssen begleitet und sollten auch in den Fraktionen diskutiert werden, damit der Kreistag in jeder Arbeitsphase weiß, wohin die Reise geht. Denn am Ende verabschiedet er das Konzept bzw. Ergebnis der Arbeitsgruppen.
Das Sozialdezernat nimmt somit diese Aufgabe ernst,
- auf der einen Seite die erforderlichen sozialen Strukturen zu entwickeln
- auf der anderen Seite müssen qualitativ gute Hilfeleistungen erbracht werden.
Das Ziel, hilfsbedürftige Menschen auf ihrem Weg zurück zur Normalität ins Berufsleben oder in die Gesellschaft zu begleiten und zu unterstützen, kann nur dann erreicht werden, wenn beide Bereiche, die Sozialplanung und deren Umsetzung, gleich viel Gewicht haben. Das Handlungsprinzip: Soviel Hilfe wie nötig, soviel Eigenständigkeit und Eigenverantwortung wie möglich drückt diese Balance aus. Die einzige Messlatte liegt am Ende bei den Betroffenen: Ob wir es erreichen, ihre persönliche Situation zu verbessern. Das heißt, entwickelte Strukturen sind nur so gut, wie die Hilfeleistung am Ende passt.
Das erfordert vom Personal viel Engagement. Diese vorhandene Einsatzbereitschaft wird aber dann überfordert, wenn dauerhaft zu hohe Fallzahlen und immer neue Aufgaben pro Mitarbeiter den Alltag prägen. Die Qualität der praktischen Umsetzung nimmt ab und damit verbunden ist eben auch die Zufriedenheit der Mitarbeiter. Die SPD Fraktion fordert die Verwaltung auf, einen Bericht vorzulegen, welche Arbeitsgebiete eine dauerhafte Mehrbelastung aufweisen und welche Maßnahmen hier von Verwaltungsseite zur Entschärfung der Situation geeignet sind. Diese Diskussion sollte spätestens vor dem nächsten Haushalt erfolgen.
Die Initiative '0% Jugendarbeitslosigkeit im Bodenseekreis' ist erfolgreich gestartet. Das Ziel provoziert und fordert jeden heraus, eine Problemstellung, an die man sich schon gewöhnt hat, aufzubrechen und durch neue Wege Lösungen zu suchen. Netzwerke werden aufgebaut und Nahtstellen kritisch beleuchtet. Besonders herausstellen möchte ich die Erkenntnis der Bildungs-, Ausbildungs- und Betreuungseinrichtungen, dass es eine gemeinsame Herausforderung darstellt und jeder in seinem Bereich einen Teil dazu beitragen kann und muss. Der ganzheitliche Ansatz wird in den Mittelpunkt gestellt und alle Stationen im Leben eines jungen Menschen werden auf den Prüfstand gestellt - ohne Berührungsängste und ohne Schuldzuweisungen. Eine eigene Geschäftsstelle soll aller Partner koordinieren, vernetzen und die Ergebnisse weitergeben.
Die Idee einer Fachtagung zur Integration von Behinderten Menschen unterstützen wir, sie kann weitere Kräfte mobilisieren und durch entsprechende Öffentlichkeitsarbeit das Thema noch mehr in den Fokus stellen. Wir erwarten neue Impulse für den Fachdienst zur gemeinsamen Erziehung von Kindern mit und ohne Behinderung und begrüßen es, dass Foren für die gemeinsame Erziehung eingerichtet werden. Denn zur Zeit gibt es zu wenig integrative Kindergartengruppen in den Gemeinden des Bodenseekreises.
Ein über den Kreis hinaus aktuell diskutiertes Thema im Zusammenhang mit der Hautpschulsituation ist, wie Kinder länger miteinander lernen könnten. So wie das Thema Nachhaltigkeit bei der Initiative '0% Jugendarbeitslosigkeit' mit der Einrichtung einer Stiftung bearbeitet wird, so sollte auch der Nachhaltigkeit bei integrativen Bildungs- und Betreuungsformen mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden.
